Freiwillige Feuerwehr

Mönchhagen

gegr. 1924

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Geschichte der FFW Mönchhagen

Mit der Durchsicht der alten Unterlagen haben wir gerade erst angefangen, diese Seite wird in den nächsten Monaten daher noch weiter ergänzt.

Der Brandschutz in Mönchhagen vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Nachdem die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr von der Gemeinde genehmigt war und am 7. Mai 1925 die Gründungsversammlung stattgefunden hatte, traf man sich bereits am 13. Mai am Spritzenhause und übte die Bedienung der Spritze. Nun sind Mönchhäger Feuerwehrleute natürlich ganz außergewöhnliche Leute, aber selbst die können nicht binnen einer Woche ein Spritzenhaus aus dem Boden stampfen, und eine Spritze ließ sich sicher auch nicht innerhalb so kurzer Zeit beschaffen. Es musste also schon vorher eine Spritze im Dorf existiert haben. Nun begann eine lange Spurensuche nach dem Anschaffungsjahr dieser Spritze. Das erste erhaltene Protokoll einer Gemeindevertretersitzung verriet uns, dass Mönchhagen 1905 schon eine Spritze hatte. Aber was vor 1905? Es sieht so aus, als wäre Mönchhagen 1903 sehr grausam auf die Notwendigkeit einer eigenen Spritze hingewiesen worden.

Großfeuer in Mönchhagen

9. August 1903

Der Rostocker Anzeiger vom 11. August 1903 berichtet ausführlich über den Großbrand in Mönchhagen; die Mecklenburgisch Zeitung druckt sogar drei lange Artikel am 10., 11. und 12. August. Die teilweise unterschiedliche Schreibweise der Namen haben wir so gelassen.

In mönchhagen ist gestern der zu hufe nr 15 gehörige, mit stroh gedeckte tagelöhnerkaten nebst stall abgebrannt und sind beim retten von sachen die im katen wohnhaft gewesene tagelöhnerfrau witt sowie schmied leverenz und tagelöhner möller und schwerin im brennenden hause umgekommen, ausserdem tagelöhner jess an kopf und händen stark verbrannt.

So telegrafierte das Domanialamt Toitenwinkel, in dessen Verwaltungsbezirk Mönchhagen damals lag, am 10. August 1903 an das Großherzogliche Finanzministerium Mecklenburg-Schwerin, Abteilung für Domänen und Forsten.
Ausführlicher berichtet der Rostocker Anzeiger vom 11. August 1903 von diesem entsetzlichen Brandunglück. Das Feuer brach mittags gegen 12 Uhr aus. Ein Augenzeuge berichtete, daß man zuerst einen in der Mitte des Hofes liegenden Haufen Stroh brennen sah. Das Feuer breitete sich im Nu auf das Strohdach des aus Fachwerk bestehenden Wohnhaus und das […] Dach des massiven Stalles [aus].

In einem solchen „Zwei-Familien-Katen“ lebten die Familie Witt mit 5 Kindern und die Familie Freimann mit 4 Kindern. Dieser Katen stammt aus Stäbelow und steht heute im Freilichtmuseum Klockenhagen. Er bot jeder Familie zwei Kammern, eine Stube, eine winzige Küche und einen kleinen Stall. Übrigens ist über den Eingangstüren ein Gitter angebracht, dass das Herabstürzen von brennendem Stroh verhindern soll.

Die Bewohner, das Ehepaar Witt, kehrte gerade aus der Kirche in Volkenshagen zurück. Frau Witt […] stürzte entsetzt in das brennende Haus, in dem Glauben, ihre Kinder befänden sich noch darin. Schrecklich klang ihr Rufen aus dem brennenden Gebäude […] und alarmierte die Nachbarn, schreibt die Mecklenburgische Zeitung am 11. August. Die Mutter stürzte sich mit Todesverachtung in das schon hell brennende Haus und rettete den Säugling, heißt es im Rostocker Anzeiger. Die übrigen vier Kinder der Witts hatten draußen gespielt und befanden sich bereits in Sicherheit beim Vater. Obwohl der Hofbesitzer Schulze vor dem Betreten des brennenden Gebäudes warnte (Kein Mensch darf hineingehen! Laßt brennen, was brennen will! [MZ]), liefen noch acht Menschen wieder hinein, um Sachen zu retten. Binnen 5 Minuten war jeder Zugang zum Hause abgeschnitten und stand das Dach vollständig in Flammen. Zwei Personen – Lehrer Burmeister und dem anderen Katenbewohner Freimann – gelang es noch, nur leicht verletzt ins Freie zu kommen, dann stürzte das Dach ein. …, das Strohdach schoß herunter und versperrte die Tür, Mauerwerk und Balken brachen zusammen und prasselten nieder. [MZ] Man glaubte die Menschen bereits verloren, da gelang es den Arbeitern Wustnack und Jeß, ein Fenster einzuschlagen. Durch das herunterschießende brennende Dach hindurch sprangen Jeß und Wustnack ins Freie [MZ], während die anderen den Tod in dem Flammenmeer fanden. [RA] Weiter heißt es in der MZ: Furchtbare Szene der Verzweiflung spielten sich auf der Brandstätte ab. Der Sohn des Schmiedemeisters Leverenz wollte sich in das brennende Haus stürzen, um seinem Vater Hilfe zu bringen; nur mit Mühe konnte er durch die Umstehenden von seinem verzweifelten Schritte zurückgehalten werden.

Der Lehrer Burmeister (rechts; mit Frau und Söhnen vor dem Schulgebäude; heute Kindergarten) konnte sich leicht verletzt retten, bevor das Dach einstürzte. Das Foto entstand vor 1915, das genaue Jahr ist unbekannt.
Für einen Hinweis, von wem dieses Foto stammt, wären wir dankbar!

Auch der Erbpächter Schulz, also der Hofbesitzer, blieb nicht untätig. Er heizte den Dampfkessel der ihm ebenfalls gehörenden Molkerei an und setzte Pumpen in Betrieb, die Wasser aus dem Peezer Bach zur Brandstelle förderten. Die Leute, die zur Rettung herbeigeeilt waren, taten nun ihr Möglichstes, um das Feuer von dem ungefähr 10 Meter von der Brandstätte entfernt liegenden Wohnhause des Schmiedes Lewerenz abzuhalten, was ihnen auch gelang. [RA]

Die Schmiedegebäude gegenüber dem Gerätehaus, wie sie heute aussehen.

Der 58-jährige Schmiedemeister Karl Lewerenz gehörte jedoch zu denen, die in dem brennenden Katen den Tod fanden, er war Vater von fünf Kindern. Außerdem der 20-jährige Arbeiter Max Möller, der erst vor Kurzem geheiratet hatte und Vater eines noch ganz kleinen Kindes war, sowie die ungefähr 30 Jahre alte Frau Witt. Über sie erfahren wir Genaueres in den Akten des Finanzministeriums: … die Ehefrau des Tagelöhners Hermann Witt, Anna [dieser in Sütterlin geschriebene Name könnte auch Alma heißen], geb. Rülke, 33 Jahre alt. Diese drei wurden als stark verbrannte Leichen in der Kammer der Witt'schen Wohnung aufgefunden […]. Sie werden, vom Rauch erstickt, Opfer der Flammen geworden sein. Das vierte Todesopfer war der 60-jährige Tagelöhner Heinrich Schwerin, der beim Versuch, das Vieh aus dem brennenden Stall zu retten, ums Leben kam.

Etwa hier hat der Hof Nr. 15 gelegen. Wo genau der Katen stand, wissen wir nicht.
Blick aus Richtung Peezer Bach: ganz rechts das heutige Gerätehaus; rechts hinter der Scheunenruine versteckt sich hinter den Bäumen der Kindergarten (damals Schule).

Sämtliche Verunglückten waren verheiratet, höchst angesehen, achtbare, fleißige und brauchbare Arbeiter, schreibt der Beamte des Großherzogl. Mecklenb. Amtes Toitenwinkel an das Finanzministerium. Die Formulierung brauchbare Arbeiter ist aus heutiger Sicht zwar nicht gerade politisch korrekt, aber es ging in dem Schriftverkehr um die Bewilligung von Rentenzahlungen an die Verletzten und die Hinterbliebenen und offenbar versuchte der Beamte, die Chancen der Betroffenen zu erhöhen. Daraufhin haben der schwer verletzte Tagelöhner Jeß bis Ende 1907 und der nun verwitwete Hermann Witt bis Ende 1909 eine Unterstützung von jährlich 50 Mark bekommen. Witt bekam die Unterstützung, weil er ja nun eine Frau anstellen musste, die sich um die zum Teil noch kleinen Kinder kümmern konnte.
Jeß war vom Rostocker Anzeiger schon für tot erklärt worden: Der Arbeiter Jeß wurde schwer verletzt in das hiesige Universitäts-Krankenhaus gebracht. Dem Benehmen nach hat der Unglückliche dort bereits seinen Geist aufgegeben. Er hat überlebt, hat aber Wochen und Monate im Krankenhaus gelegen und war danach noch Jahre arbeitsunfähig, weshalb ihm die lange Rentenzahlung gewährt wurde.

Von einem Enkel des Tagelöhners Hermann Witt erfuhren wir, dass Hermann Witt sich nach dem Tod seiner Frau wieder verheiratete und nach Hinrichshagen zog, wo er als Waldarbeiter tätig war.

Die betroffene Hufe 15 lag übrigens etwa dort, wo heute das Feuerwehrgerätehaus steht, das ersehen wir aus einer alten Karte von der Dorffeldmark Mönchhagen, D. A. [Domanialamt] Teutenwinkel von 1894. Gegenüber liegen heute noch alte Schmiedegebäude. Das Schulhaus lag ebenfalls direkt nebenan, in westlicher Richtung. Schmied und Lehrer waren also direkte Nachbarn. Der Hof Nr. 15 war auch als Mittelhof bekannt, da der Erbpächter Schulze drei Höfe besessen hat.

Der Erbpachthof 15 (die Hufe 15) lag etwa dort, wo heute das Feuerwehrgerätehaus steht. Die Ländereien waren natürlich größer. Das Schulgebäude ist heute der Kindergarten, die Gebäude einer alten Schmiede liegen heute noch gegenüber. Auf dem früheren Schulland ist heute der Sport- und Festplatz. Die Straße nach Häschendorf gab es damals noch nicht.

Wie konnte der Brand sich so ausbreiten? Lesen wir die Zeitungsberichte:

Die Kunde von dem Großfeuer verbreitete sich mit Windeseile trotz der Entfernung zwischen den vereinzelt liegenden Häusern, von denen nach altem Herkommen bei einem Brande jedes einen Mann zu stellen hat. Die Spritze des Kämmereipachtgutes Purkshof erschien als erste auf der Brandstelle. Dann folgten die von Groß-Kussewitz, Klein-Kussewitz und Bentwisch. Mönchhagen selbst hat bedauerlicher Weise nicht einmal eine Spritze. Diese Ortschaft besitzt mit dem […] Orte Pastow gemeinsam einen solchen Löschapparat, der aber […] selten oder aber erst, wenn das Feuer schon zu große Dimensionen angenommen hat, eintreffen kann. [RA]

In einer Mitteilung, die der „M.Z.“ über das Brandunglück zugeht, wird auf den folgenschweren Uebelstand hingewiesen, daß so ein reiches Dorf wie Mönchhagen keine Feuerspritze hat! Wäre eine Spritze am Orte und somit Löschhilfe gleich zur Stelle gewesen, dann wäre das Unglück – so meint man – nicht so groß geworden. [MZ]

Wir vermuten, dass dieser Großbrand mit so vielen Toten und Verletzten den Anlass gab, endlich auch in Mönchhagen über eine eigene Spritze nachzudenken. Angeschafft wurde sie dann im Jahre 1905, das ersehen wir aus dem Baujahr, dass man mit einigen Bildbearbeitungstricks gerade so auf dem alten Foto auf dem Wasserkasten erkennen kann.

Leider sind die Gemeindeprotokolle der Jahre vor 1907 nicht mehr auffindbar, aus einem späteren Eintrag, in dem es um eine Nachrüstung von Federn geht, wissen wir jedoch, dass Mönchhagen eine Spritze der Firma Koebe hatte. Ein Vergleich der verschiedenen Modelle mit dem Bisschen, was auf dem Foto von der Spritze erkennbar ist, legt den Schluss nahe, dass es sich um die Leichte Landspritze handelte.

Bis 1940

Gründung

Wer in den letzten Jahren die Ereignisse in der Feuerwehr Mönchhagen verfolgt hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass im Jahr 1995 das 70-jährige Jubiläum gefeiert wurde und im Jahr 1999 das 75-jährige. Wenn man 1 und 1 zusammenzählt (bzw. 1995 und 5) merkt man: Da stimmt was nicht. Können die nicht rechnen?
Doch, die können rechnen. Es gibt nur in den alten Dokumenten widersprüchliche Angaben.

Foto des Eintrags zum Gründungsjahr
Kleiderliste der Freiw. Feuerwehr Mönchhagen. Gegründet am 7. Mai 1925.

Zum einen existiert eine Kleiderliste, die am 7.5.1925 begonnen wurde (die letzten Einträge stammen von 1937). Auf dieser Liste steht vorn der Vermerk: „Gegründet am 7.5.1925“. Von diesem 7. Mai 1925 existiert auch noch ein Versammlungsprotokoll, in dem es um die Einteilung der Wehr geht. Gewählt wurden Obersteiger, 1. und 2. Steiger, 1. und 2. Spritzenmeister und Hornisten.

Foto der letzten Seite der alten Satzung
Vorstehende Satzungen sind in der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr vom 15. Sept. 1924 aufgestellt worden und treten nach Genehmigung der gemäß § 7 der Landesfeuerlöschordnung zuständigen Behörde sofort in Kraft.

Zum anderen steht auf der letzten Seite der 1926 erschienenen damaligen Satzung, dass eben diese Satzung in der Hauptversammlung am 15. September 1924 aufgestellt wurde. Hauptversammlungen kann aber nur jemand abhalten, der schon existiert …

Die vollständige historische Satzung kann als Bildergalerie oder – besser lesbar – in Form einer Abschrift eingesehen werden.

Inzwischen wissen wir, dass das Datum in der Satzung höchstwahrscheinlich ein schlichter Druckfehler ist. Es existiert ein handschriftliches Protokoll einer Versammlung der Mönchhäger Feuerwehr, auf der die Satzung offiziell angenommen wurde. Diese Versammlung fand auch durchaus am 15. September statt – aber erst 1925.

Dass die Wehr 1924 noch nicht existiert hat, geht auch aus einem Protokoll einer Gemeindevertretersitzung vom März 1925 hervor. Auf dieser Sitzung wurde über die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr abgestimmt (mit 7 Ja- und 2 Nein-Stimmen). Der gewählte Wehrleiter Peter Saß und sein Stellvertreter Rudolf Möller wurden von den Gemeindevertretern genehmigt. (Das wiederum bedeutet, dass es bereits vor der als Gründungsversammlung bezeichneten Versammlung am 7.5.1925 bereits eine gegeben haben muss, auf der man sich auf die Wehrführung verständigte – aber ohne die Zustimmung der Gemeinde konnte sich eine Freiwillige Feuerwehr nicht bilden.)

Ausrüstung und Dienstgrade

Nach der Verwirrung um das Gründungsjahr zurück zu der erwähnten Kleiderliste vom Mai 1925, in der die Ausstattung der Kameraden aufgelistet wird. Jeder erhielt eine Bluse, einen Gurt, eine Mütze, einen Helm und ein Liederbuch. Die Hornisten und der Wehrleiter bekamen außerdem noch Signalhorn und Pfeife. Die Steiger bekamen zusätzlich Leinen.

Allerdings wurde in einer Versammlung im September 1925 festgestellt, dass von der Gemeinde bis dahin nur je 3 Helme, Leinen und Gurte gestellt worden waren, die an 3 Steiger verteilt wurden, und die 4 gelieferten Signalhörner mussten die Hornisten wieder umtauschen. (Man sieht – manche Probleme gab es schon immer.)

Gruppenfoto 1929
Freiwillige Feuerwehr Mönchhagen 1929

Zur Brandbekämpfung wurde eine Handdruckspritze angeschafft sowie die dazugehörigen Schläuche. Außerdem gab es zwei Wasserwagen und eine Steckleiter. Die zum Ziehen von Spritze und Wagen nötigen Pferdegespanne mussten von Bauern nach einem Dienstplan gestellt werden.

Die Einträge in der Spalte „Dienstgrade“ in der Kleiderliste klingen zum Teil recht ungewohnt. Neben Wehrleiter und stellvertretendem Wehrleiter werden Spritzenmänner und Spritzenmeister aufgeführt. Deren Aufgabe ergibt sich aus ihrem Namen – die Bedienung der Spritze und damit die Wasserförderung. Rätselhafter ist da schon die Aufgabe von Steiger und Obersteiger. Aber auch das ergibt sich aus der Bezeichnung – die Steiger waren diejenigen, die die Leitern am Brandobjekt aufbauten und dann die Rettung von Personen vornahmen (also auf die Leitern stiegen). In Mönchhagen gab es den Obersteiger und für Ober- und Unterdorf je einen 1. und einen 2. Steiger. Da es gerade bei der Rettung auf Schnelligkeit ankommt, war diese Einteilung sehr sinnvoll – Mönchhagen ist ein langgestrecktes Straßendorf und vom oberen zum unteren Ende ist man eine Weile unterwegs.
In der heutigen Aufgabenteilung entsprechen die Steiger dem Angriffstrupp, die Wasserversorgung bauen heuteWasser- und Schlauchtrupp auf.
Die Hornisten dagegen fielen inzwischen der Automatisierung zum Opfer. Früher waren die Hornisten für die Alarmierung zuständig; sie fuhren mit dem Fahrrad durch das Dorf und bliesen das Horn, um die Feuerwehrleute zusammenzutrommeln.

Einsätze und Übungen

Übungen wurden monatlich durchgeführt, wobei es wie heute normale Übungen und Einsatzübungen gab.
Aufzeichnungen über Einsätze sind in den ersten Jahren spärlich. Entweder die Aufzeichnungen sind lückenhaft oder es hat selten gebrannt &ndash wahrscheinlich letzteres; in einem Fall wird ausdrücklich betont, dass dieser Brand nach 1,5 Jahren Ruhe der erste sei. Neben einem zusammenfassenden Eintrag über zwei Brände im Sommer 1925 stammt das erste datierte Einsatzprotokoll vom 4. Oktober 1926 und beschreibt einen Einsatz ausgerechnet beim Wehrleiter P. Saß, dessen Scheune brannte. Die Kameraden wurden um 9 Uhr abends alarmiert und um 2 Uhr nachts war der Brand gelöscht. Herr Saß überreichte der Feuerwehr daraufhin bei der nächsten Versammlung am 13. November für die geleistete Arbeit eine Prämie von 45 Mark. Solche Prämien zahlte die Brandversicherung.
Auf derselben Versammlung wurde übrigens auch über eine Unfallversicherung beraten. Für den Todesfall wurde eine Summe von 2000 Mark beschlossen, für dauerhafte Invalidität 4000 Mark, für vorübergehende Krankheit sollte es 2 Mark am Tag geben.

Wehrleiter bis 1940

1925–1933 Peter Saß

1933–1937 Wilhelm Kentzler

1937–1939 Friedrich Baade

Nachdem Friedrich Baade zum 2. Weltkrieg als Soldat eingezogen wurde, übernahm Hermann Peters stellvertretend die Leitung der Wehr.

1940 brechen die Aufzeichnungen ab – die letzte protokollierte Versammlung fand am 20.12.1940 statt.

Ab 1949

Foto Gründungsprotokoll
Versammlung zur Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr zu Mönchhagen am 24.4.1949

Vier Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde die Freiwillige Feuerwehr Mönchhagen am 24.4.1949 von 17 Mitgliedern neu gegründet. (Dieses Datum ist eindeutig.) Der erste Wehrführer war Erich Malchow. Ferner wurden in der Gründungsversammlung der stellvertretende Wehrführer, der Kassierer, der Schriftführer und zwei Hornisten gewählt. Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Anschaffung einer Motorspritze.

Die Ausrüstung bestand damals aus einer TS8 mit TSA (also eine Tragkraftspritze und einem Anhänger). Gezogen wurde der Anhänger von einem Traktor, später vom LKW der LPG. In den Protokollen finden sich aber einige (wenige) Einträge zu Schwierigkeiten, ein geeignetes Zugfahrzeug zu bekommen, was in einem Fall auch zu Verzögerungen führte.

Artikelausschnitt NNN
Ausschnitt aus einem Artikel in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten vom 24.6.1985; Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

Einen breiten Raum in der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr nahm zu DDR-Zeiten der vorbeugende Brandschutz ein. Auch in Mönchhagen machten die Kameraden regelmäßig Kontrollgänge in Betrieben und Wohnstätten, listeten Mängel auf und forderten deren Beseitigung. In einem Zeitungsartikel in den Norddeutschen Neuesten Nachrichten vom Juni 1985 wird die vorbildliche Arbeit im vorbeugenden Brandschutz erwähnt und die guten Ergebnisse bei der Durchführung der „Massenkontrollen in den Wohnstätten.“

Aufkleber am Barkas zur Auszeichnung
Diese Auszeichnung als Vorbildliche Feuerwehr ziert auch nach der Restaurierung noch unser Traditionsfahrzeug B 1000.

In demselben Artikel wird auch die Auszeichnung als Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr erwähnt, die die FFW Mönchhagen 1983 erhielt.

Das 50-jährige Jubiläum der Feuerwehr Mönchhagen wurde (nach „alter Rechnung“) am 3. Mai 1975 gefeiert. Da die Feuerwehr auch beim Feiern nicht auf der faulen Haut liegt, begann das Programm um 7.00 Uhr (morgens!) mit dem Schülerblasorchester Rövershagen. Über das Ende gibt es keine Aufzeichnungen …

Gerätehäuser und Fahrzeuge

Das Kleinlöschfahrzeug B 1000

Ein Jahr nach dem 50-jährigen Jubiläum, am 7. Mai 1976, erhielt die FFw ein neues Fahrzeug, ein Kleinlöschfahrzeug (KLF) B 1000. Ausführlich wird der B 1000 und seine Restaurierung hier vorgestellt: Barkas I. Sie können sich den B 1000 auch von allen Seiten von außen und von innen ansehen: Barkas II.

Daraufhin wurde ein Umbau des Gerätehauses nötig, um das KLF unterzubringen. Mit diesem Umbau wurde am 28.7.1976 begonnen. In gut zehn Monaten entstand in Eigenleistung das neue Gerätehaus, das am 5.5.1977 der Gemeinde übergeben wurde. Das Gebäude enthielt auch einen Schulungsraum.

das Gerätehaus der FFW Mönchhagen

Inzwischen gibt es ein noch neueres Gerätehaus. Baubeginn war am 20.11.1995, Richtfest am 1.11.1996. Der Innenausbau erfolgte auch diesmal in Eigenleistung. Die erste Versammlung konnte am 1.11.1996 im neuen Gerätehaus stattfinden.

Ihr jetziges Fahrzeug besitzt die FFW Mönchhagen seit April 1999. Am 16.4. haben die Kameraden es vom Werk abgeholt, die feierliche Übergabe erfolgte am 24.4., dem 50. Jahrestag der Neugründung. Schauen Sie unter Fahrzeug doch einmal hinter die Türen unseres interaktiven Löschfahrzeugs

Wehrleiter ab 1949

1949–1967 Erich Malchow

1967–1977 Horst Krüger

1978–1985 Wolfgang Schroer

1985–1991 VB- und AS-Vertreter übernahmen die Leitung

1991–1998 Burghard Baade

1999–2012 Wolfgang Krack

seit 2012 Thomas Salzmann

Das Spritzenhaus

Die erste Handdruckspritze hat Mönchhagen 1905 angeschafft. Diese Jahreszahl steht auf dem Wasserkasten der Spritze, und wir wissen aus einem Gemeindevertreterprotokoll, dass es 1905 eine Spritze im Ort gegeben hat. Über den Bau des ersten Spritzenhauses wissen wir leider nichts, es ist aber anzunehmen, dass dieses kurz nach der Anschaffung der Spritze gebaut wurde. In den Gemeindeprotokollen, die uns vorliegen, nämlich ab 1907, taucht es nicht auf, wird also vorher gebaut worden sein.
Dieses alte Spritzenhaus bot nur Platz für die Spritze. Als die freiwillige Feuerwehr dann 1925 ins Leben gerufen wurde, hat sie ihre Versammlungen in den Gaststätten Piehl und Klatt abgehalten.

Die FFw Mönchhagen Anfang der 50er Jahre vor dem alten Spritzenhaus.
Am 7. Mai 1976 erhielt die FFw Mönchhagen ihr Kleinlöschfahrzeug Barkas B 1000. Hier wird er in das Spritzenhaus gefahren.

Das alte Gebäude bestand bis in die 70er Jahre in etwa so, wie es errichtet wurde, und beherbergte wohl auch so lange die Spritze und andere Ausrüstungsteile.

Am 7. Mai 1976 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Mönchhagen ein neues Löschfahrzeug, den Barkas B1000. Mit der Übergabe erwuchsen für uns nicht unbedeutende Aufgaben, … zu nennen wäre in erster Linie der Umbau des Gerätehauses, heißt es im Rechenschaftsbericht der FFw für das Jahr 1976. In insgesamt 1300 freiwilligen Arbeitsstunden bauten die Kameraden und Kameradinnen mit Unterstützung der LPG, die Baumaterial zur Verfügung stellte, das alte Gerätehaus in eine Garage um und errichteten zusätzlich einen Schulungsraum und eine Toilette.

Der Umbau des alten Spritzenhauses dauerte vom 28. 7. 1976 bis zum 5. 5. 1977 und wurde von den KameradInnen in Eigenleistung erbracht.
Das alte Spritzenhaus nach dem Umbau.
Die FFw vor dem umgebauten Gerätehaus in den 90er Jahren.

Viele Arbeitsstunden steckten die Kameraden und Kameradinnen auch in den Bau des neuen Gerätehauses, das im Oktober 1996 übergeben wurde. Der komplette Dachausbau wurde in Eigenleistung erbracht. Das eingesparte Geld wurde dann für die Anschaffung des neuen Löschfahrzeugs genutzt.

Am 1. November 1996 fand die erste Versammlung der FFw Mönchhagen im neuen Gerätehaus statt, nachdem der Bau fast genau ein Jahr vorher begonnen hatte.

In das alte Gerätehaus zog 1998 der Jugendclub ein.

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